Do

31

Okt

2013

#11

Alles hat ein Ende ... leider auch unser "Radreisli". Hier der letzte Bericht "Grosses Finale ... pünktlich zur Rush Hour in Hong Kong".

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Di

08

Okt

2013

#10

Und endlich gibt's wieder was auf die Augen: "Goldener Herbst ... mit kleineren Turbulenzen" ist voraussichtlich unser zweitletzter Bericht. Ja, Hong Kong und damit das Ende unseres Radabenteuers rückt unaufhaltsam näher. Wir geben weiterhin Vollgas!

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Di

17

Sep

2013

#9

Für einmal lassen wir Dich nicht all zu lange zappeln! Hier bereits der nächste Reisebericht von den glücklichen China-Stramplern: "Buntes Osttibet ... wird umgekrempelt." 

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Deqin (China), 17. September 2013

Buntes Osttibet ... wird umgekrempelt.

Wenn die Chinesen ‘was anpacken, dann aber richtig! Nebst dem Strassenbau scheint ihr zweitliebstes Hobby das Anlegen von Aussichtsplattformen zu sein, damit sie anschliessend schön Kasse machen können. Wieso uns das Sicherheitspersonal in jüngster Zeit genau bei diesen „unmöglichen Geld-aus-den-Touristen-press-Standorten“ fluchend hinterherrennt, erfährst Du in unserem neunten Bericht.

 

Hangsicherung auf chinesisch.
Hangsicherung auf chinesisch.

… zu abgelegen, zu unintressant sei die Strecke zwischen Baiyü und Batang, als dass hier eine Strassenbaustelle sein könnte. Davon sind wir in Derge noch überzeugt. Schliesslich ist die Strasse ja nicht einmal im chinesischen Strassenatlas 2013 erfasst. Doch wie sich schnell herausstellt, ist auch dieser momentan noch bessere Alpweg (vergleichbar mit der Strasse auf Pardiel, einfach 300 km lang und über drei Pässe führend) auf dem Radar der chinesischen Strassenbaukünstler aufgetaucht. Eine zweispurige geteerte Bergstrasse soll es mal werden; etwa so wie die Strasse nach Davos. Echt unglaublich, wie viel Schotter – im doppelten Sinne – China für die Entwicklung (Ost-)Tibets locker macht!?! Hier entstehen nicht nur hervorragende Strassen, sondern auch Schulen, top moderne Spitäler und sogar Altersheime ... Spätestens jetzt, nachdem uns (Strassen-) Baustellen über die weltrekordverdächtige Länge von 1‘500 km begleitet haben, ist unsere Irritation perfekt: Osttibet (siehe weitere Ausführungen dazu als Anmerkung am Schluss zu diesem Reisebericht) hat sich in dem kurzen Zeitraum von drei Jahren derart stark verändert, dass man’s beinahe nicht wieder erkennt!

 

Typisch tibetische Häuser in Kham.
Typisch tibetische Häuser in Kham.

Die wirtschaftliche Lage, der Lebensstandard und die Bildung der osttibetischen Bevölkerung scheint sich zu verbessern. Es stellt sich uns lediglich die Frage, um welchen Preis? Echte Autonomie wie sie von der tibetischen Exilregierung in Dharamsala, Indien, auch für diesen Teil Tibets gefordert wird, scheint hier definitiv kein Thema (mehr) zu sein. Die kulturelle Kluft zwischen den „nomadisch“ geprägten Tibetern und den sehr fleissigen, geschäftstüchtigen Han-Chinesen ist zwar nach wie vor vorhanden. Doch, entgegen den Berichterstattungen vieler westlicher Medien, herrscht hier kein ständiger Kampf des tibetischen Volkes gegen die Han-Chinesen. Dies war in den Anfangszeiten der Besetzung in den Fünfziger- und Sechzigerjahren ganz anders. Viele scheinen sich mittlerweile jedoch mit dem aktuellen Stand arrangiert zu haben. Man ist durchaus auch stolz, nun z. B. ein (von der chinesischen Regierung subventioniertes) Haus zu besitzen, welches als Winterquartier genutzt werden kann. Die dazugehörigen Felder haben die schlauen Tibeter übrigens den fleissigen Han-Chinesen verpachtet, die darauf Gemüse anbauen. Ja, warum auch selber arbeiten, wenn man Pachteinnahmen generieren kann, ohne einen Finger zu rühren?

 

Weiterhin auf Höhenflug.
Weiterhin auf Höhenflug.

Apropos Verbesserung des Bildungsniveaus: Wie wir von den tibetischen Kids erfahren haben, wird in den Schulen mittlerweile neben Tibetisch und Chinesisch auch Englisch unterrichtet. So haben die durchschnittlichen Englischkenntnisse seit unserem letzten Besuch denn auch massiv zugenommen. ;-) Folgende drei Floskeln beherrscht mittlerweile jeder Tibeter: „Hello!“, „Bye bye!“ (obschon’s vielfach eher nach „Bébé!“ tönt) und „I love youuuuu!“. … ja, derart viele Liebeserklärungen hat Anita wirklich noch nie erhalten, obwohl Andreas darin auch nicht so schlecht ist. :-)

 

Auch das noch: Plattfuss bei Regen.
Auch das noch: Plattfuss bei Regen.

Bereits kurz hinter Derge beginnt es wieder zu regnen. Wir nehmen’s gelassen: In rund 110 km sollte Baiyü kommen, dort finden wir mit Sicherheit ein Hotel, so dass wir zum Schlafen ein richtiges Dach über’m Kopf haben und unsere nassen Regenkleider trocknen können. „110 km ohne nennenswerte Steigungen radeln wir alten Radler-Hasen doch locker in einem Tag ab“, denken wir uns … Doch da irren wir uns gewaltig: Die Strasse ist durch die Bauerei und den anhaltenden Regen derart in Mitleidenschaft gezogen worden, dass unsere Durchschnittsgeschwindigkeit auf 10 km/h fällt. Immer wieder müssen wir kleinere Bäche durchqueren und unsere Velos durch Schlammpassagen schieben. Doch die Zeithochrechnung lässt immer noch etwas Hoffnung, dass wir Baiyü in der Dämmerung erreichen könnten … Doch exakt um 18:17 Uhr bei Kilometer 11‘152 (seit der Schweiz) fährt Anita – bei strömenden Regen – ihren ersten Platten ein. Ein riesiger Nagel durchbohrt den Pneu regelrecht. Nein, das ist nicht fair! Als ob wir mit Regen, Baustelle und Schlamm nicht schon genug zu kämpfen hätten. Den Schlauch bei Regen im kiesigen Schlamm mit durchfrorenen Fingern zu wechseln, gestaltet sich trickreich und lässt das trockene, warme Hotelzimmer in Baiyü regelrecht „davonschwimmen“. Doch irgendwie hat Petrus dann doch Erbarmen mit uns: Er setzt zu einer 30-minütigen Regenpause an, so dass wir unser Zelt im Trockenen aufstellen können. Thanks, Pete!

 

Kloster in Baiyü.
Kloster in Baiyü.

Gestärkt von einem überirdisch-leckeren Mittagessen in Baiyü nehmen wir die ca. 4-tägige Etappe nach Batang in Angriff. Weiterhin bei Regen, versteht sich. Die Strasse wird schmäler. Im Vergleich zu Derge - Baiyü steckt die Strassenbaustelle noch in der Anfangsphase, so dass es sich grösstenteils ohne Schlammpassagen radeln lässt. Am Abend scheint sich das Wetter auch zu beruhigen und wir hoffen, unser Zelt in einer Regenpause aufstellen zu können. Doch leider nein: Völlig unerwartet finden wir uns in einem Hagelgewitter mit massiven Windböen wieder. Das Zeltaufstellen wird zu einer kleineren Herausforderung. Alles ist nass und die Hände gefroren (sind ja immerhin auf bescheidenen 4‘163 m ü. M.). Aber nicht jammern! ... auch das gehört zu einer Reise ... und auch das geht wieder vorbei.

 

Passzeremonie mit Gebetsblättern.
Passzeremonie mit Gebetsblättern.

Nach einer verregneten Nacht starten wir am nächsten Morgen spät. Die Motivation köchelt irgendwie auf niedrigster Stufe, obwohl die Passhöhe eigentlich in Sichtweite wäre. Wir diskutieren darüber, ob wir, falls ein Pick-up vorbeirauschen sollte, nicht besser um eine Mitfahrgelegenheit bitten sollen. Wir sind uns unschlüssig: Schon wieder „Weichei“ spielen? ... das Problem ist nicht das Radfahren bei Regen, sondern das Zelten am Abend: Die Kleider und Schuhe trocknen nicht und aufgrund des Kondenswassers bleibt auch der Schlafsack sowie das Innenzelt feucht. Hätten wir abends ein Hotel, wäre alles kein Problem. Doch Hotels sucht man in dieser abgelegenen Gegend vergebens. Bevor wir uns vertieft Gedanken machen können, erspähen wir ein paar Kurven unter uns tatsächlich einen Pick-up – das erste Auto, seit wir gestern Mittag Baiyü verlassen haben! Der Fahrer realisiert augenblicklich unsere Situation, denn ohne dass wir grossartig winken müssen, hält er an. Selbstverständlich können wir mitfahren; ein Pick-up wäre kein Pick-up/Aufleser, wenn er uns nicht mitnehmen würde. ... er müsse zwar nicht nach Batang, sondern nach Litang, aber während ca. 120 km ist der Streckenverlauf identisch. Was für ein Glück! Und als hätten wir’s geahnt: Die Strasse nach der Passhöhe ist nämlich wieder derart schlammig, dass an ein Durchkommen mit dem Fahrrad nicht zu denken gewesen wären!

 

Idylisches Dorf nach Batang.
Idylisches Dorf nach Batang.
Dem Tibet-Sichuan-Highway folgend.
Dem Tibet-Sichuan-Highway folgend.

Wie wunderbar das Radfahren dereinst in Osttibet (nach Fertigstellung all dieser Strassenbaustellen) sein wird, dürfen wir auf den letzten 30 km bis Batang erleben: Der Tibet-Sichuan-Highway G318 ist bereits wunderbar ausgebaut: Statt Pässe gibt’s Tunnels und statt Kurven Brücken. Dank Rückenwind sind die 30 km in einer knappen Stunde abgeradelt. Was für ein Hochgenuss nach all diesen frustrierenden Matsch-Kilometern! ;-)

 

Zeltdorf aufgrund Erdbeben in Benzilan.
Zeltdorf aufgrund Erdbeben in Benzilan.

Von der von westlichen Medien geschilderten übermässigen Polizeipräsenz in Osttibet spüren wir überhaupt nix. Hier kann man sich – auch als westlicher Tourist – völlig frei bewegen. Wenn mal ein Polizist auf der Strasse rumlungert, dann nur, weil er gerade hungrig ist oder wieder mal seine Verwandten besuchen geht. :-) Nachdem uns in der Provinz Xinjiang seitens der Polizei ein Übermass an Aufmerksamkeit geschenkt wurde, wirkt dieses polizeiliche Desinteresse nun fast schon beleidigend. :-) Also beschliessen wir in Batang, von uns aus wieder mal den Kontakt zu den Ordnungshüter zu suchen: Vergangene Woche hat sich nämlich in Benzilan ein Erdbeben ereignet. Da wir auf unserem Weg nach Deqin genau durch diese Stadt radeln müssen, wollen wir uns erkundigen, wie der Strassenzustand ist und ob eine Reise dorthin überhaupt sinnvoll ist. Der chinesische Polizist Billy, welcher hervorragend Englisch spricht, gibt uns leider eine ernüchternde Antwort: Zum Glück sei das Ausmass des Erdbeben mit der Stärke 5.9 nicht so verheerend wie jenes von Yushu, doch sei die Strasse von Benzilan nach Deqin momentan wegen Steinschlägen und massiven Erdrutschen gesperrt. Wir können zwar von Batang nach Benzilan radeln – es gäbe keine Strassenbaustelle ;-) – doch dann müssen wir weiter nach Shangri-La. Wir sollen uns jedoch in Benzilan nochmals erkundigen, vielleicht sei die Strasse in vier Tagen, wenn wir dort sind, ja bereits wieder geräumt ...

 

Nachdem unsere Frage zur Route geklärt ist, hakt der hilfsbereite Billy nach, ob er uns sonst noch irgendwie behilflich sein könne … Anita nutzt die Chance mit Billy‘s Hilfe vielleicht endlich unsere akute „Mao-Knappheit“ zu entschärfen: Seit Golmud haben wir nämlich keinen einzigen Bankomaten/ATM mehr gefunden, der uns etwas Knete ausgespuckt hätte. Automaten gab es zwar in Yushu, Sershu/Shiqu, Derge und Baiyü, doch stets kam die Meldung „transaction maybe failed“ – dieser schlechte Englische Satz wird dann auch zu unserem verhassten Lieblingsspruch, denn nach 23 Tagen wird langsam aber sicher unser Geldvorrat knapp. Anita’s Hochrechnungen :-) zeigen zwar, dass unsere Kohle im schlimmsten Fall noch zehn Tage bis Lijiang reichen würde; doch das andauernde Abwägen, ob wir uns nun einen Apfel oder ein Coca Cola „leisten“ können oder nicht, drückt langsam aber sicher auf die Stimmung. Ein funktionierender Bankomat würde da Abhilfe schaffen. Der engagierte Billy springt sofort vom Bürostuhl auf und klappert mit uns sämtliche Banken ab. Er ist ziemlich überrascht, dass wir sechs verschiedene Bankkarten besitzen :-). Noch überraschter ist er aber, dass keine einzige zu funktionieren scheint und auch die nette Bankangestellte uns nicht wirklich weiterhelfen kann. Er beruhigt uns aber damit, dass es in sämtlichen grösseren Dörfern eine Polizeistation gäbe, bei der wir jederzeit Unterschlupf finden würden. Doch der Gedanke daran, in einer „Gefängniszelle“ übernachten zu dürfen/müssen, ist dann irgendwie doch recht abschreckend ...

 

Das alles KÖNNTE man kaufen, wenn man Geld HÄTTE:

Stupas und Gebetsfahnen: ganz tibetisch.
Stupas und Gebetsfahnen: ganz tibetisch.

Bei wunderschönem Wetter und angenehm warmen Temperaturen radeln wir aus Batang raus, Richtung Derong / Benzilan / Deqin. Was für ein wunderbares Gefühl, nach all den verregneten Tagen…! Die ersten 20 km bleiben wir auf dem Tibet-Sichuan Highway, welcher eine der vier Hauptverbindungen nach Lhasa darstellt … und da ist es wieder, das Unverständnis aller, dass wir nicht nach Lhasa radeln wollen. Es scheint, dass die chinesischen Touristen wie auch die Einheimischen keine Ahnung haben, dass es uns ausländischen Individualtouristen von Gesetzes wegen nicht erlaubt ist, nach Lhasa zu radeln. Aber ehrlich gesagt, ist uns dies auch ziemlich egal: Osttibet hat unserer Meinung nach so viel mehr zu bieten und ist nicht annähernd so überlaufen, wie Lhasa und Umgebung. Zudem: 2007 in Tibet kamen die Kids an die Strasse gerannt und erwarteten Geschenke oder fragten nach Geld. Wie unsere Radreise-Erfahrungen zeigen, ist dies ein typisches Zeichen dafür, dass die Gegend „überversorgt mit Touristen“ ist. In abgelegenen Regionen passiert dies nie – egal wie arm die Einheimischen sind!

 

Blick Richtung Benzilan.
Blick Richtung Benzilan.
Minimal steinschlaggefährdet.
Minimal steinschlaggefährdet.

Auch in den nächsten Tagen bleibt das Wetter grösstenteils sonnig, die Strasse gut bis sehr gut, so dass wir unseren Radleralltag richtig geniessen können. Landschaftlich gehört dieser Streckenabschnitt definitiv zu den Highlights: Wir bewegen uns in einer Höhe zwischen 2‘036 und 4‘563 m ü. M., was zwar viele Höhenmeter mit sich bringt aber auch super eindrückliche Schluchten und Pässe. Wie die Chinesen in dieser abartig gebirgigen Landschaft Strassen in die Hänge „kleben“, ist einfach unbeschreiblich! Bei uns in der Schweiz wäre eine solche steinschlaggefährdete Strasse mit Sicherheit 350 Tage im Jahr geschlossen, doch das scheint hier kein Thema: Überhängende Felswände mit „vielversprechenden“ Anrissstellen findet man alle paar Kilometer. Anstelle aufwändiger und kostspieliger Hangsicherungen tun’s hier tibetische Gebetsfahnen, Manisteine und Räucherstäbchen. ;-) Nicht verwunderlich also, dass beim Erdbeben von letzter Woche die Strasse nach Deqin massiv durch Felsstürze verschüttet wurde. Doch die Chinesen machen ihrem Ruf als fleissige Ameisen alle Ehre und so ist die Strasse, nun wo wir in Benzilan eintreffen, tatsächlich schon wieder offen. Die Fahrt geht vorbei an heruntergedonnerten Steinen so gross wie Autos, an Einschlaglöchern so tief wie Badewannen und Erdrutschkegeln so riesig wie Mehrfamilienhäuser.

 

Blick Richtung Meili Snow Mountains.
Blick Richtung Meili Snow Mountains.

Ehrlich gesagt sind wir heilfroh, „en bloc“ Deqin erreicht zu haben. Hier geniessen wir die Aussicht auf den Kawa Karpo (auch Meili Snow Mountain genannt) und den Luxus einer touristischen Region: Hammermässiges Hotel mit bequemen Betten, leckeres Essen, eine geniale Bäckerei und Podcasts gucken, bis die Internetverbindung glüht. Was hingegen der Nachteil des chinesischen Massentourismus ist: Der Zutritt zur Aussichtsplattform kostet 150 Yuan pro Personen (CHF 23) und somit gleich viel wie unser Hotelzimmer! Wir erklären dem Geldeintreiber, dass wir den Kawa Karpo nur bestaunen und nicht gleich kaufen möchten. Doch nix da: 150 Yuan! Selbstverständlich zahlen wir dies nicht, sondern suchen uns ein genau so schönes Plätzchen einfach etwas abseits der Hauptplattform. Kommt uns das nicht irgendwie „descha-wüü-mässig“ vor? … tags zuvor sind wir nämlich an einer Aussichtsplattform vorbeigekommen, von der man direkt ins 1‘000 m tiefer gelegene Jangtsetal runterblicken konnte. Und auch dort wollten sie kräftig zulangen. Aber nicht mit uns: Total desinteressiert haben wir die Einfahrt links liegen gelassen und radelten der sichtversperrenden Betonwand entlang weiter Richtung Deqin. Da die meisten sogenannten „Scenic Areas“, über unbewachte separate Ausgänge verfügen, sind wir kurzerhand dort reingerollt, haben „gebührenfrei“ ein paar Schnappschüsse des mächtigen Jangtsekiangs geknippst … und sind schnell wieder verduftet, als der Sicherheitsmensch donnerwetternd angerannt kam. :-) So macht man das.

 

Strasse nach Deqin.
Strasse nach Deqin.

Wie uns der Abschied von Osttibet gelingt und wo wir den Chinesen vielleicht sonst noch auf die Füsse treten, erfährst Du in unserem nächsten Reisebericht. Bis dahin alles Gute.

 

Anmerkung Osttibet

Als Osttibet wird das historisch tibetische Gebiet Amdo und Kahm bezeichnet, welche nun Teile der chinesischen Provinzen Gansu, Qinghai, Sichuan und Yunnan sind. Mit Tibet ist die chinesische „Provinz“ TAR (Tibet Autonomous Region) gemeint, welche seid den Unruhen 2008 von Individualreisenden nur noch mit einem chinesischen oder tibetischen Reisebegleiter/-führer besucht werden kann. Wer sich mit der Geschichte (Ost-)Tibets vertieft auseinandersetzen möchte, dem empfehlen wir das Buch „Die Suche nach dem Panchen Lama“. Es zeigt neben all den von Chinesen begangenen Gräueltaten auch auf, dass Tibet vor dem Einmarsch der Volksbefreiungsarmee der VR China 1950 nicht wirklich das friedliche spirituelle Land war, das wir aktuell mit dem Wort „Tibet“ in Verbindung bringen. Das Leben der Bevölkerung Tibets unter der Knute von Klöstern und Adligen war hart. Die „frommen Nichtstuer“ knechteten ihre Untertanen und hielten sie wie Leibeigene. Zudem herrschten zeitweise erbitterte Machtkämpfe zwischen Panchen und Dalai Lama. Uns gab dieses Buch auf alle Fälle ein differenzierteres Bild der „Tibet-Frage“.

 

Die 9. Etappe bis Deqin (China) in Bildern: