Do

31

Okt

2013

#11

Alles hat ein Ende ... leider auch unser "Radreisli". Hier der letzte Bericht "Grosses Finale ... pünktlich zur Rush Hour in Hong Kong".

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Di

08

Okt

2013

#10

Und endlich gibt's wieder was auf die Augen: "Goldener Herbst ... mit kleineren Turbulenzen" ist voraussichtlich unser zweitletzter Bericht. Ja, Hong Kong und damit das Ende unseres Radabenteuers rückt unaufhaltsam näher. Wir geben weiterhin Vollgas!

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Di

17

Sep

2013

#9

Für einmal lassen wir Dich nicht all zu lange zappeln! Hier bereits der nächste Reisebericht von den glücklichen China-Stramplern: "Buntes Osttibet ... wird umgekrempelt." 

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Budapest (Ungarn), 21. April 2013

Endlich wieder auf Achse: Abschied auf Raten

... wir sind dann mal (wieder) weg!  ;)
... wir sind dann mal (wieder) weg! ;)

Wir sind uns ganz, ganz sicher: Unsere Bestellung "Sonnenschein bei 25 Grad Celsius" mit Lieferdatum 6. April haben wir garantiert rechtzeitig bei Petrus aufgegeben. Irgendwie werden wir aber den Eindruck nicht los, dass bei der Übermittlung etwas nicht geklappt hat.

 

Um es gleich vorweg zu nehmen: Unsere ersten 800 km bis kurz vor Wien sind geprägt von Kälte, Schnee bzw. Regen. Wir nehmen's mit Humor und freuen uns, dass wir unsere Ausrüstung einmal quer durch testen können. Prädikat: 100 % abenteuertauglich! ... und just bevor unsere Stimmung am Velotag Nr. 8 zu kippen droht, erlösen uns die ersten Frühlingsboten! Der Abschied vom "Hudelwetter" ist einer, der uns besonders leicht fällt.

 

Hoppla: Schnee im Prättigau!
Hoppla: Schnee im Prättigau!

Eigentlich war unser "offizielles Losrollen" auf 9:00 Uhr angesetzt - 11:45 Uhr ist es geworden: Die Wagenladung kredenzter Quöllfröschs und Feldschlösschens unserer Abschiedsfete wollten schliesslich noch zur Sammelstelle gebracht werden ... 

 

Doch kein Problem: Ab heute kommt's auf ein paar Stunden schliesslich nicht mehr an: Wir haben Zeit! Und so radeln wir halt drei Stunden später in Begleitung von Anita's Mama und Patricia mit Rückenwind Richtung Prättigau. Doch bereits vor Küblis rollt's nicht mehr so flüssig: Der Veloweg ist an schattigen Stellen noch mit Schnee bedeckt. Und so heisst's: "Wer sein Rad liebt, der schiebt." Bald einmal wird die Situation aber aussichtslos. Da Andreas seinen Klappspaten zu Hause gelassen hat, wechseln wir gezwungenermassen auf die Hauptstrasse. Dank der neuen Umfahrung Saas ist diese ja nun beinahe autofrei. Die Frage, ob's über den Flüelapass oder durch den Vereinatunnel gehen soll, hat sich damit von selbst geklärt.

 

Im wunderschönen Engadin.
Im wunderschönen Engadin.

Die erste Nacht auf unserem Weg nach Hong Kong dürfen wir bei Freunden in Ardez verbringen. Wie immer, wenn wir bei ihnen auf Besuch sind, werden wir extrem fein bekocht und schlafen nach einem gemütlichen Abend sehr gut. An dieser Stelle nochmals ein herzliches Dankeschön für die Gastfreundschaft.

 

Voller "sonnen- und wärmehungriger" Hoffnung gucken wir am nächsten Morgen aus dem Fenster - vielleicht hat sich Petrus ja einfach eine Lieferverzögerung von einem Tag erlaubt? Die Ernüchterung folgt auf dem Fusse: Statt Sonnenstrahlen fallen Schneeflocken vom Himmel. Vorerst behält also Frau Holle noch die Hosen an. So schwingen wir uns bei frischen 2 Grad dick eingepackt auf unsere Räder und strampeln der Schweizerisch-Österreichischen Grenze bei Martina entgegen.

 

Eines der schmucken Städtchen am Wasser.
Eines der schmucken Städtchen am Wasser.

In Landeck steht uns ein weiterer Abschied bevor: Anita's Mutter, welche uns tapfer mitschlotternd bis hierhin begleitet hat, reist per Zug in die Schweiz zurück. Eigentlich sind wir mittlerweile routinierte Verabschieder, doch fällt uns dieser Abschied alles andere als leicht: Selbstverständlich nicht wegen uns, sondern lediglich aus Sorge, ob Mama die "weite" Reise zurück in die Schweiz auch wirklich wohlbehalten übersteht. ;-)

(... für alle die unseren Humor noch nicht verstehen: Das war jetzt ironisch gemeint!)

 

Passau: Wo Inn und Donau zusammentreffen.
Passau: Wo Inn und Donau zusammentreffen.

Wir folgen dem Inn- und ab Passau dem Donauradweg; beide supergemütliche flache Velorouten, die hervorragend markiert sind. Ideales Einsteiger-Terrain; für jedermann und jedefrau empfehlenswert! So leuchtet auch ein, dass der Donauradweg auf dem Abschnitt Passau - Wien zu den meistbefahrenen Velostrecken Europa's gehört.

 

Wer jetzt glaubt, hier herrsche bereits der totale Ausnahmezustand, der/die irrt gewaltig: Bei äusserst instabilem Wetter und stetig unter 10 Grad gibt's wohl spassigere Alternativen zum Radfahren und Campieren. Wen wundert's? Wobei: Landschaftlich und stimmungstechnisch hat dieses schmudlig-wechselhafte Aprilwetter durchaus seinen Reiz: Selten haben wir - bewusst - derart imposante Wolkenformationen zu Gesicht bekommen. Dabei geniessen wir das Gefühl "draussen zu Hause zu sein - bei jedem Wetter".

 

... auch auf dieser Seite leider keine Sonne.
... auch auf dieser Seite leider keine Sonne.

Was wir momentan am meisten schätzen, ist das sorglose Kurbeln: Keine Navigations- und keine Verständigungsprobleme. Bei Aschach legen wir eine Mittagspause ein und diskutieren, ob wir am Nachmittag dem linken oder rechten Donauufer folgen (auf beiden Seiten gibts einen Radweg - alles schön ausgeschildert).

 

Wie gerufen taucht aus dem Nix ein Pensionär mit seinem tiefer gelegten Rollator auf und gibt sein Wissen in einem ausschweifenden Vortrag zum Besten: "Ah, Ihr seid's mit dem Radl unterwegs. Hm. Bin früher auch immer hia Radl gfoan. Ihr müsst's unbedingt auf der linken Seite weiterradeln - des is die Sonnenseite. Rechts seid's ihr immer im Schottn und dort ist's kolt." ... was er vor lauter eifrigem "Touristen-Aufklären" nicht realisiert: Der Himmel verdunkelt sich von Minute zu Minute bedrohlicher, so dass der nächste Regenguss jeden Augenblick auf uns niederprasselt.

In der Hoffnung "auf der vermeintlichen Sonnenseite" weniger nass zu werden, folgen wir dem Ratschlag des Alten. Die Einheimischen müssen's ja wissen. 

 

Wien - Sissi und Franz erwarten uns schon!
Wien - Sissi und Franz erwarten uns schon!

Am nächsten Morgen erwachen wir zur Abwechslung mal nicht fröstelnd oder vom Klang des Regens, der auf unser Zelt trommelt: Sonnenstrahlen künden den Frühlingsbeginn an. ... das liegt bestimmt daran, dass wir zum ersten Mal nicht am rechten Donauufer, sondern auf der linken Seite übernachtet haben - der Alte sollte also doch Recht behalten!

 

Die letzten hundert Kilometer bis nach Wien sind bei Sonnenschein im Nu abgeradelt. In Österreichs Hauptstadt mit ihren 1,7 Mio. Einwohnern verbringen wir zwei gemütliche Tage mit Sightseeing, Velo putzen, Wäsche waschen und "Futterreserven aufbauen".

 

A propos "Futterreserven"! Wir mussten unseren Eltern zwei Dinge versprechen:

 

1. Passt auf einander auf und beachtet die Verkehrsregeln!

2. Lässt euren gesunden Menschenverstand walten, bleibt gesund und ernährt euch ausgewogen!

 

Gewissenhaft wie wir sind, hier der Beweis, dass wir brav folgen:

Land unter: Donau führt bereits viel Wasser.
Land unter: Donau führt bereits viel Wasser.

Beim Abschied von Wien kommt wiederum etwas Wehmut auf: Rund 60 Kilometer nach Wien werden wir die Slovakei erreichen und damit heisst's früher oder später auch Abschied nehmen von den perfekt geteerten Fahrradwegen. Ebenfalls werden wir nun auch des öftern wieder mit der Sprachbarriere konfrontiert sein. Vorsorglich machen wir schon mal unser "Ohne-Wörterbuch" startklar. Es zeigt sich aber schnell, dass wir mit Englisch (und teilweise auch Deutsch) noch wunderbar durchkommen. So sind wir nun gespannt, wie lange dies noch so weitergeht. ... und betreffend Strassenqualität: Genau 74 Kilometer nach der slovakischen Grenze stehen wir plötzlich auf einem ausgefahrenen "Dschungelpfad". So sinken unsere durchschnittlichen Kilometer pro Stunde von etwas über 20 bald einmal auf 12... Doch, wie war das nochmal: Wir haben ja Zeit! Hauptsache wir kommen irgendwie vorwärts. So zeigt sich kurz vor Budapest dann auch, dass wir mit unserem Fahrrädern sogar dort noch durchkommen, wo's eigentlich mit einem Boot einfacher wäre: Die Donau führt bereits derart viel Wasser, dass der Veloweg streckenweise unter Wasser steht. Für die nötige Abkühlung ist also ebenfalls gesorgt.

 

Ob uns eine Stadt gefällt oder nicht hängt von vielen kleinen Details ab: Bei Budapest ist es Liebe auf den ersten Blick! Mit ein Grund dafür ist die grosse Markthalle, in der an über 180 Marktständen alles zu bekommen ist, was das Herz begehrt. Da wir uns in den kommenden Wochen und Monaten aufgrund unterschiedlich guter Versorgung (wirklich) nicht immer optimal ;) ernähren können, haben wir uns reichlich mit Bildern von leckerem Gemüse und Früchten eingedeckt. ... das Auge isst ja bekanntlich mit!

Übrigens: Die kaufwütigen Budapester und wir Touris quetschen uns an diesem Samstag Morgen ähnlich dicht gedrängt zwischen den Marktständen hindurch, wie Gemüse und Früchte sich auf den Auslagen türmen. Muss man einfach mal gesehen haben!

 

In Esztergom auf dem semi-imaginären Bänkli.
In Esztergom auf dem semi-imaginären Bänkli.

Wir sitzen gerade gemütlich auf der Couch unseres Appartements in Budapest. Neben Reisebericht texten, beschäftigen wir uns mit ganz trivialen Dingen wie dem Versuch Mikrowellen-Popkorn "herzustellen" und Socken zu flicken. Während die Mission "Socken-Reparatur" von Erfolg gekrönt war, brauchte Andreas für das leckere Kinofutter beinahe die Budapester Feuerwehr!?! ... sprecht ihn einfach bitte nie darauf an. :-)

 

Morgen geht's weiter Richtung Schwarzes Meer. Die Vorfreude auf die für uns völlig unbekannten Länder wie Serbien, Bulgarien und Rumänien ist gross; bestehen diesen Regionen gegenüber doch viele Vorurteile, die wir allzugerne revidieren ... oder stolpern wir da vielleicht eben doch über das uns 2008 in Kroatien abhanden gekommene Bike? ;-)

 

Die 1. Etappe bis Budapest (Ungarn) in Bildern: